Naturstein ist eine Aufzeichnung, die die Natur in Hunderten von Millionen Jahren angesammelt hat. Selbst zwei aus demselben Steinbruch stammende Blöcke sind nie absolut identisch. Das ist die Schönheit des Natursteins, aber zugleich die größte Verantwortung der Lieferantenschaft. Architektonische Projekte verlangen genau die Ader auf dem Foto. Wenn die Spec des Kunden eintrifft, ist es unsere Aufgabe, innerhalb der Variabilität der Natur die der Spec am nächsten kommende Partie zu finden und zu liefern. Als Alpay Doğaltaş führen wir diese Aufgabe mit drei Generationen Familienerfahrung und Partnerverarbeitungsanlagen aus.
Der erste Schritt der Qualitätskontrolle beginnt im Steinbruch. Ein Block wird, noch bevor er geschnitten wird, an seinen Seitenflächen gelesen. Aderrichtung, Farbübergänge, Rissspuren, Hohlraumwahrscheinlichkeit, all dies kann man an der Oberfläche des Steins erkennen. Beim klassischen Marmara beeinflusst es, ob die graue Ader horizontal oder vertikal fließt, direkt das vom Kunden gewünschte Oberflächenbild. Beim Reinen Weiß kann die Verfügbarkeit der aderlosen sauberen Fläche je nach Verwendungszweck der Partie kritisch sein. Beim Panda bestimmt das Verhältnis von dunklen und hellen Tönen die Atmosphäre des Projekts. Diese Lesart ist keine aus einem Buch erlernte Technik. Sie ist das Produkt des über drei Generationen unserer Familie, die 1962 von Sürmene nach Saraylar gekommen ist, angesammelten Auges.
Nachdem der Block ausgewählt ist, wird er zu Partnerverarbeitungsanlagen gelenkt. Hier geht der Kontrollprozess in seine zweite Phase über, während die Partie zu Platten verarbeitet wird. Erfasst das auf die Plattenoberfläche gebrachte Adermuster den vom Kunden gewünschten Fluss, sind die Plattendicken auf Millimeter konsistent, sind die Kanten gerade, all dies wird in dieser Phase nach gemeinsamem Verfahren überprüft. Mit unseren Partnerwerkstätten haben wir über die Jahre eine etablierte gemeinsame Kontrollsprache. Sie kennen unsere Qualitätsschwelle, wir vertrauen ihrer Messsorgfalt. Diese gegenseitige Vertrautheit bedeutet, dass die Partie zwei unterschiedliche Augen durchläuft, bevor sie den Kunden erreicht.
Die Maßkontrolle gehört zu den am häufigsten missverstandenen Themen bei Naturstein. Wenn der Kunde 60 Zentimeter mal 60 Zentimeter spezifiziert, gibt es in der tatsächlichen Produktion einen Toleranzbereich. Dieser Bereich, in welcher Produktgruppe in welcher Grenze er liegen kann, wird stets im Voraus vereinbart. Während bei Dolomit- und homogenen Marmoren eine hohe Maßkonsistenz erreichbar ist, werden bei Produkten mit ausgeprägten Mustern wie Pijama Ekvator manchmal die Platten für die Aderübereinstimmung von Hand ausgewählt. Bei Stückprodukten wie weißem Dolomit-Schotter kommt hingegen die Korngrößenverteilungskontrolle ins Spiel. Das jeweils eigene Kontrollset jedes Produkts zu kennen, ist das stille Wissen der Lieferantenschaft.




