Museums- und Kunstgalerieprojekte sind besondere Räume, in denen der Naturstein seine eigene Stimme etwas zurückziehen und die Stimme des Werks in den Vordergrund treten lassen muss. Hier übernimmt der Marmor nicht die Hauptrolle des Raumes. Er übernimmt die Aufgabe eines ruhigen Hintergrunds, der das ausgestellte Gemälde, die Skulptur, das historische Objekt unterstützt. Wenn ein Architekt oder Kurator uns für ein Museumsprojekt kontaktiert, ist das erste, was wir besprechen, ebenfalls dieses. Wie ist das Programm des Raumes, welche Art von Werken werden ausgestellt, wie wird das Beleuchtungskonzept funktionieren, in welche Richtung verläuft der Besucherfluss. Was wir gelernt haben, während wir drei Generationen lang verschiedenen Kulturprojekten Naturstein geliefert haben, ist eindeutig: Museumsmarmor ist Marmor, der seine Arbeit verrichtet, ohne sich bemerkbar zu machen.
Die reflexionsfreie Oberflächenbearbeitung ist der Ausgangspunkt der Museumslieferung. Eine glänzende Oberfläche spiegelt die Deckenbeleuchtung, das Vitrinenglas, das Werk selbst und erzeugt eine unkontrollierte Lichtverteilung im Raum. Die geschliffene, also matte Oberflächenbearbeitung absorbiert das Licht sanft und stellt keine Reflexion vor das ausgestellte Werk. Daher wird in fast allen Museums- und Galerieprojekten die geschliffene Oberflächenbearbeitung bevorzugt. In unseren Partner-Verarbeitungsanlagen wird der Schleifgrad der Platten je nach Projektanforderung eingestellt. In manchen Projekten wird ein feiner Schliff gewünscht, der ein seidiges Gefühl hinterlässt, in anderen Projekten wird ein gröberer Schliff bevorzugt, der eine vollständig matte Textur erfordert. In der Lieferphase klären wir gemeinsam mit dem Kurator oder Lichtdesigner, welche Schleifstufe gewählt wird.
Die Bodenlieferung ist der größte Posten in Museumsprojekten. Wenn Ausstellungssäle, Korridore und Übergangsbereiche, Lobbyflächen mit einer einzigen Natursteinsprache gewebt werden, wird der Blick des Besuchers nicht durch die Streuung des Raumes geteilt, sondern fokussiert sich auf die Werke. In diesen Projekten sind Saf Beyaz und Beyaz Dolomit die Typen, die wir am häufigsten liefern. Die ruhige Aderung des Saf Beyaz passt zum modernen Galeriekonzept, die stabile Oberfläche des Beyaz Dolomit kommt dem intensiven Besucherverkehr entgegen. Die Bodendicke wird in der Regel auf 2 Zentimeter gehalten, doch bei Projekten mit Fußbodenheizungssystemen bewerten wir die Dicke mit dem Architekturteam neu, indem wir eine thermische Leitfähigkeitsberechnung durchführen. Die Vorliebe für Großformatplatten ist auch auf dem Museumsboden vorherrschend. Maße wie 80x80, 80x160, sogar 120x240 reduzieren sowohl die Fugenmenge auf dem Boden als auch verleihen dem Raum einen ruhigen Fluss.




